Die Lippeaue nördlich Rünthe ist aktuell in aller Munde. Dort erblühen gerade auf mehr als 15 Hektar knallroter Klatschmohn, hellblaue Kornblume und ein paar beigemsichte weiße Kamillenblüten. Für jeden Besucher des Schutzgebietes ein wahrer Augenschmaus. “Sowas hab ich schon lange nicht mehr gesehen.”
Im vergangenen Jahr war es endlich soweit, dass hier die weitläufige Ackerfläche südlich des Umgehungsgerinnes der Lippe in die Umnutzung gehen konnte. Im Sommer erfolgte als vorbereitende Maßnahme eine Entzugsnutzung ohne Düngung, um der Fläche möglichst viele Nährstoffe zu entziehen. Ein wichtiger Schritt, denn zukünftig soll hier eine artenreiche Wiese entstehen – und diese wird umso artenreicher und wertvoller, je nährstoffärmer sich der Boden darstellt. Aber so schnell geht das leider alles nicht. Nachdem im Oktober letzten Jahres das Wiesensaatgut eingesät wurde, keimen aktuell die ersten kleinen Pflänzchen. Ein erfahrungsgemäß ungewöhnlicher Anblick, der schon mal zu einem Naserümpfen führen kann. Daher haben wir der Saatgutmischung ganz bewusst optisch ansprechende, einjähre Ackerbegleitarten beigemischt. So sieht die Wiese erst einmal nicht ganz so “gerupft” aus. Aber Achtung, das rote Blütenmeer ist ein Übergangsblühaspekt. Zielarten sind hier Wiesen-Bocksbart, Acker-Witwenblume, Scharfer Hahnenfuß, Gamander-Ehrenpreis und Co.
Die Wiese soll zukünftig extensiv bewirtschaftet werden. Das bedeutet, dass z.B. keine chemische Behandlung, Düngung oder Nachsaat mit Ertragsgräsern erfolgen soll. Mit der extensiven Nutzung wollen wir natürlich auch die heimische Tierwelt fördern.
Nehmen Sie daher Rücksicht und betreten die Fläche nicht!
Wir wünschen ein tolles Naturerlebnis.